Ein fröhliches Lied aus Kindermündern, strahlender Sonnenschein und ein großer Schritt in die Zukunft: Mit einem musikalischen Gruß haben die Kinder der AWO Kita Pamina ein besonderes Projekt eingeweiht. Auf dem Dach ihrer bilingualen (deutsch-französischen) Kindertagesstätte und direkt nebenan, auf dem Gelände der Sportgemeinschaft (SG) Karlsruhe, glänzen ab sofort zwei neue Photovoltaikanlagen um die Wette. Das Besondere an diesem neuen „Solarzentrum“ in der Hertzstraße: Hier wird nicht nur sauberer Strom erzeugt, sondern ganz konkret soziale Arbeit gefördert.
Die Kooperation der BürgerEnergieGenossenschaft (BEG) Durmersheim mit den beiden Einrichtungen zeigt, wie Klimaschutz und gesellschaftliche Verantwortung Hand in Hand gehen können. Auf der Kita Pamina ist eine Anlage mit 110 Kilowatt Peak (kWp) in Betrieb gegangen, auf dem Vereinsgelände der SG Karlsruhe eine zweite mit 120 kWp. Zusammen erzeugen sie genug Energie, um rechnerisch rund 100 Zweipersonenhaushalte zu versorgen und jährlich etwa 125 Tonnen CO2 einzusparen. Ermöglicht hat das Projekt die BEG Durmersheim, die beide Anlagen auf eigene Kosten finanziert, gebaut und in Betrieb genommen hat. Die Einrichtungen profitieren künftig von günstigem Solarstrom, ohne selbst investieren zu müssen. Für die Kita Pamina wurde zusätzlich ein Batteriespeicher mit rund 64 Kilowattstunden (kWh) Kapazität installiert, für die SG Karlsruhe einer mit 243 kWh, um einen besonders hohen Eigenversorgungsanteil zu sichern.
Investition in die Kernaufgaben
„Für uns ist das keine symbolische Maßnahme, sondern eine Investition in die Zukunft unserer Einrichtungen“, betont Markus Barton, Geschäftsführer der AWO Karlsruhe gemeinnützige GmbH. „Wenn wir Energiekosten senken, schaffen wir mehr Spielraum für Pflege, Betreuung und weitere soziale Angebote. Dass wir damit gleichzeitig einen Beitrag zum Klimaschutz leisten, gehört für uns zu verantwortungsvollem Handeln dazu.“ Auch beim Sportverein ist die Freude groß: „Für Integration und Inklusion braucht man mehr als guten Willen. Was wir an Energiekosten sparen, stecken wir direkt in unsere Sportangebote und in unsere gesellschaftliche Arbeit. Das war der eigentliche Grund, warum wir dieses Projekt von Anfang an gewollt haben“, sagt Michael Böttle, Vorsitzender Sport der Sportgemeinschaft Karlsruhe e.V.
Ein starkes Netzwerk für die Region
Für die BEG Durmersheim ist das Projekt auf der Kita Pamina bereits die neunte Anlage im Rahmen ihrer Partnerschaft mit der Karlsruher Sozialwirtschaft. Unter dem Motto „Klimaschutz und soziale
Teilhabe gehören zusammen“ kooperiert die Genossenschaft seit drei Jahren mit der AWO, den Hagsfelder Werkstätten und Wohngemeinschaften Karlsruhe (HWK), der Lebenshilfe Karlsruhe, dem Verein für Jugendhilfe Karlsruhe und der Heimstiftung Karlsruhe. Die neun Partnerschafts-Anlagen erbringen zusammen eine Leistung von 1.270 kWp und vermeiden jährlich den Ausstoß von rund 685 Tonnen CO2. „Die BEG Durmersheim hat sich zu einem großen Energieplayer in der Region entwickelt“, erklärt Hartmut Oesten, Vorstandssprecher der BEG Durmersheim. Insgesamt betreibe die Genossenschaft zwischen Karlsruhe und Bühl auf ehrenamtlicher Basis bereits 69 PV-Anlagen mit einer Leistung von rund 6 Megawatt Peak. Die Eltern des AWO Kindergartens konnten sich an einem Infostand über die Arbeit der BEG informieren. Die Kinder freuten sich über Luftballons.
Lob von der Stadt: „Doppelter Mehrwert“
Zur Einweihung gratulierte auch Sozialbürgermeisterin Yvette Melchien vor Ort. Sie würdigte das Projekt als Paradebeispiel für gemeinschaftlichen Klimaschutz: „Indem Ehrenamtliche mit viel Herzblut dieses Photovoltaik-Projekt für Kita und Sportverein realisiert haben, schaffen sie einen doppelten Mehrwert: Sie entlasten finanziell und schützen das Klima. Es ist genau diese Verknüpfung von sozialem Zusammenhalt und grüner Innovation, die zukunftsweisend ist. Ein riesiges Dankeschön für diesen tatkräftigen Einsatz, der hoffentlich viele Nachahmerinnen und Nachahmer im Stadtgebiet findet!“
Dass Klimaschutz und sozialer Auftrag sich nicht ausschließen, sondern perfekt ergänzen, das ist die Botschaft, die ab jetzt weithin sichtbar über dem neuen Solarzentrum in der Hertzstraße steht.
Vertreter von der AWO, BEG, SG, Kita, Karlsruher Energie- und Klimaschutzagentur (KEK) und die Karlsruher Sozialbürgermeisterin Yvette Melchien (hinten, Dritte von rechts) feierten gemeinsam die Einweihung der beiden Solaranlagen in der Hertzstraße.
Das neue Solarzentrum in Zahlen
| Feature | AWO Kita Pamina | SG Karlsruhe | Gesamt |
| Inbetriebnahme | Januar 2026 | Mai 2026 | – |
| Nennleistung | 110 kWp | 120 kWp | 230 kWp |
| Solarmodule | 266 Stück | 270 Stück | 536 Stück |
| Speicher-Kapazität | ca. 64 kWh | 243,7 kWh | ca. 308 kWh |
| CO2-Einsparung | ca. 60 t / Jahr | ca. 65 t / Jahr | ca. 125 t / Jahr |
| Besonderheit | Teileinspeisung & Speicher | Eigenverbrauch inkl. Gaststätte | Gemeinsames Solarzentrum |